Fachbuchhandlung Helmut Ecker

Kleines Lexikon

Tonkneten, das Mischen von plastischem Ton mit den Händen oder Füßen zu einer homogenen Masse.

Tonschlagen, besteht aus Schneiden, Schlagen und Wenden der Tonmasse, damit Luftblasen ausgetrieben werden und das ganze homogener wird.

Tonschlamm, eine grobe Mischung aus Ton und Wasser.

Tontreten, in primitiven Gegenden wird der Ton heute noch durch Pressen und Treten mit den bloßen Füßen geknetet, was in Japan als beste Methode gilt.

Tragant, kann als Klebemittel für Engoben und Glasuren benutzt werden.

Tragbretter, Borde, Bretter, die ständig in der Werkstatt zum Transportieren und Abstellen der Gefäße benutzt werden.

Trommel- oder Topfmühle, eine Mühle zum Mahlen von Farbkörpern und Glasuren.

Trockentröge, poröse Behälter, die künstlich erhitzt werden können, zum Härten von Tonschlicker.

Tücher. Tücher, die in Töpfereien benutzt werden, um den Ton feucht zu halten, sollen am besten fest gewebt sein und aus Baumwolle oder Leinen bestehen. Sie verderben nicht so leicht, wenn sie gelegentlich durch eine schwache Alaunlösung gezogen werden.

Umbra, eisenhaltige Erdfarbe, s. »Ocker«.

Undurchlässigkeit, Dichtigkeit, als dicht bezeichnet man in der Töpferei einen Scherben, der infolge einer Verglasung nicht mehr porös ist.

Uranoxid, hält hohen Temperaturen stand und liefert Unterglasurgelb im oxidierenden Brand, Grün oder Schwarz im reduzierenden Brand. In mäßig oxidierten Bleiglasuren erzeugt es ein leuchtendes Orangegelb.

Urform, Mutterform, die Originalgipsform, welche wiederholt Kopien für Formen liefert.

Verformungen, Verziehen der Rohware, tritt dann auf, wenn zu schnell oder ungleichmäßig getrocknet wird. Bei gepreßten Formen durch ungleichmäßiges Einpressen des Tones: auch bei gedrehter Ware, zum Beispiel, wenn eine gedrehte Teekanne an der Tülle aufplatzt oder sich während des Brandes ablöst.

Vergolden, Aufglasurvergoldung wird als Mischung aus einer kleinen Menge Fluß (im Osten benutzt man Eisenrot-Email) mit unlöslichem Goldstaub sowie etwas Gummiarabikum auf die Oberfläche von bereits gebrannten Glasuren mit hohem Schmelzpunkt gemalt. Nach dem Brennen bei ca. 800° C ist das Gold brüniert. Flüssiges Goldchlorid wird ebenfalls benutzt. Silberstaub läßt sich gleichermaßen anwenden.

Verputzen und Nacharbeiten, Fertigstellen oder Glätten der Oberfläche bei lederharter Rohware.

Verputzen, Montieren, das Zusammenfügen von lederharten Tonoberflächen mittels Tonschlicker.

Versprühtes Öl, ein modernes Verfahren, um Rohöl mit komprimierter Luft zu zerstäuben, wodurch dessen vollständige Verbrennung gewährleistet ist.

Wachsmalerei, durch Bemalen der Gefäße mit heißem Wachs oder Paraffinwachs bleiben Engobe, Farben und Glasuren nicht auf den betreffenden Stellen der Oberfläche haften, wodurch dekorative Effekte erzielt werden können.

Wasser, findet sich im Ton auf zweierlei Art, einmal als physikalisch gebundenes Wasser, das während des Trocknens (bis 100° C) entweicht und als chemisch gebundenes, das zwischen 350° und 700° C frei wird.

Wasserglas oder Natriumsilikat wird mit trockenem Fireclaypulver vermischt zum Ausbessern von feuerfesten Materialien.

Wismutoxid, verhält sich wie Bleioxid, ist aber leichter schmelzbar.

Wittern, der ungereinigte Ton wird im Freien dem Wetter ausgesetzt zur Verbesserung der Qualität.

Zinnglasierte Ware, um das 11. Jahrhundert führten die Mauren diese Ware nach Spanien ein. Die Glasur ist weißlich und zinngetrübt und der Scherben kalkhaltig. Farben und Lüsterdekore wurden auf diese Glasur gebracht und anschließend manchmal noch mit Bleiglasur überzogen.

Zinkoxid, ist bei hohen Temperaturen geringfügig schmelzbar. Obwohl es weiß ist, verändert es die Farbe anderer Oxidfarben. Löst sich auf in Borsäure, bleibt in kiesesäurehaitigen Glasuren in Suspension.

Zirkel, hölzerne Bildhauerzirkel sind sehr praktisch zum Abmessen der Gefäßdurchmesser, insbesondere, wenn man Deckel dreht.

Zuglöcher oder Feuerlöcher, Vorrichtungen oben am Ofen, durch die der Dampf zu Anfang des Brandes austreten kann.

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