Fachbuchhandlung Helmut Ecker

Kleines Lexikon

Belag, siehe »Ausblühung«

Bellarmin oder Bartmannskrug, salzglasierte Krüge, zuerst in Deutschland im 15. Jahrhundert hergestellt. Die meisten tragen einen Gesichtsausdruck, der angeblich den Kardinal Bellarmin darstellen soll, jedoch auch manchmal Bacchus zugeschrieben wird.

Biskuit, Schrühbrandscherben (hauptsächlich beim Porzellan); einmal gebrannte Ware ohne Glasur; mundartlicher Ausdruck für Brennstützen und Tonbatzen, siehe dort.

Blei, in Form von Bleiglanz (Galenit) oder Bleierz (meist verunreinigtes Bleisulfid), Mennige, Bleiglätte (Bleimonoxid) und Bleiweiß (basisches Bleikarbonat), von alters her weit verbreitet als Flußmittel in Glasuren für niedrige und mittlere Temperaturen.

Bleiglätte, siehe "Blei".

Bleivergiftung, Blei ist ein gefährliches Gift, und das Einatmen in Pulver- oder Dampfform muß sorgfältig vermieden werden. In dieser Hinsicht ist Bleiglanz (Bleisulfid) noch am ungefährlichsten. Das reine Bleimetall schmilzt bei 327° C.

Bleiweiß, Bleikarbonat. Siehe "Blei".

Borax, Natriumtetraborat, wasserhaltig oder entwässert, wird bei der Herstellung vieler Glasuren und Fritten als wirkungsvolles F!ußmittel verwendet. Gewöhnlicher Borax enthält ungefähr 47% Kristallwasser. Daher ist es empfehlenswert, anstatt wasserhaltigen Borax (zum Beispiel Na2B4O7 + 10 H20) wasserärmeren Na2B4OY + 5 H20 oder wasserfreien Borax Na2B4O7 zu verwenden.

Brennen, der Brand in einem Ofen.

Brennhilfsmittel, Tonstützen für glasierte Ware, siehe "Brennstützen".

Brennholz, das beste Brennholz zur Holzfeuerung stellt trockene, harzige Rotkiefer dar, die überall im Fernen Osten benutzt wird. Tannenhotz liefert einen sehr guten Ersatz, wenn es billig zu erwerben ist.

Brennkapseln, Schamottekapseln, Kästen oder Formen aus feuerfestem Material zur Aufnahme des Brenngutes im Ofen, die es vor den direkten Einwirkungen der Flammen schützen sollen.

Brennrisse (Brandrisse), sie ergeben sich bei zu raschem Temperaturanstieg.

Brennstützen, Leisten, Stäbchen, Schalen- und Deckelbrennstützen sind teils dreieckige Brennhilfsmittel aus Ton, die beim Einsetzen glasierter Ware in Kapseln und auch sonst benutzt werden. Hierzu gehören auch hahnenfußartige Brennfüßchen, die beim Brand Unterlagen für Teller usw. abgeben.

Bruchscherben, siehe "Scherbenmehl".

Cassiusscher Goldpurpur, ein Präzipitat, das man durch Vermischen von Gold-und Zinnchlorid erhält. Wird verwendet für niedrige und mittlere Temperaturen.

China, eine in England ziemlich allgemein gehaltene Bezeichnung für Porzellan, insbesondere für Weichporzellan bzw. Knochenporzeilan.

Chinesisches Kobalt, siehe Asbolit.

Chromoxid, hält hohen Temperaturenstand, ist jedoch nur brauchbar für weiße Tonmassen, da bereits geringe Eisengehalte genügen, um die Farbe zu verschmutzen. In oxidierender Atmosphäre ergeben sich gelbliche Farbtöne, in reduzierender grüne oder blaugrüne. Wird auch mit Kupfer gemischt zur Erzeugung von Grün und mit Eisen zur Erzeugung von Schwarz. Intensive und stabile Farbe.

Chün-Glasur, eine dicke, hochzubrennende, durchscheinende chinesische Glasur, die recht oft mit roten oder purpurfarbenen Einsprenkelungen belebt ist.

Cornish stone, Pegmatit oder Petunze, ein natürlicher Granit mit einem hohen Prozentsatz an Feldspat. Er ist der gebräuchlichste Flußmittel-Rohstoff für mittlere und hohe Temperaturen, wird vielen Massen zugesetzt und ist wesentlich für die Porzellanherstellung.

Cristobalit, eine Quarzmodifikation, entstanden durch Erhitzen von Quarz auf hohe Temperaturen, wodurch eine Volumzunahme von 16 bis 17 Prozent auftritt. Glasuren und Massen zugesetzt, verhindert sie Haarrisse.

Cuprioxid und Kupferoxidul, siehe "Kupferoxid".

Delft, holländische zinnglasierte Irdenware, ursprünglich eine Nachahmung des chinesischen Porzellans.

Dichtungsmörtel, Mischung aus Ton, Sand und Wasser, womit die Brennofentüren abgedichtet werden.

Direkte Befeuerung, findet dort statt, wo die Flammen durch das freistehende Brenngut streichen.

Dolly, Mixer, ein Werkzeug zum Mischen von Engoben und Glasuren.

Drehen, Freidrehen, das Formen von plastischem Ton mit der Hand auf der Töpferscheibe.

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