Fachbuchhandlung Helmut Ecker

Kleines Lexikon

Eierschalenglasuren, als eierschalig bezeichnet man bestimmte Glasuren, die entweder durch zu schwachen Brand oder absichtlich eine nicht ganz ausgeschmolzene matte Oberfläche haben.

Eierschalenporzellan, eine allgemeine Bezeichnung, die man besonders bei dünnem, japanischem und chinesischem Porzellan anwendet, das für den Export nach Europa hergestellt wird.

Einengen des Halses, Vorgang beim Drehen, wo der Topf auf der sich drehenden Scheibe durch Zusammenpressen mit beiden Händen (Töpfergriff) oben verengt wird.

Eintropfen, sichtbare Methode der Ölzufuhr, gewöhnlich Paralfinöl, im Brennofen.

Einsetzen, Setzen, Beschicken, Einbauen, das Befüllen des Ofens mit der zu brennenden Ware.

Einsickern, Eindringen der Hitze in das Brenngut durch gleichmäßiges Halten einer Temperatur, ohne sie ansteigen zu lassen.

Eisen, für den Töpfer von allen Metallen das brauchbarste und nützlichste färbende Medium in Tonmassen, Farbkörpern und Glasuren. Hält hohen Temperaturen stand und verdichtet den Scherben. Bei niedrigen und mittleren Temperaturen erhält man Gelb-Braun-, Rot- und Schwarztöne. Bei höheren Temperaturen Grün-, Blau-, Braun-, Rost- und Schwarztöne, je nach Mischung und Ofenatmosphäre.

Elektrische Gebläse, werden gewöhnlich benutzt, um Preßluft zum Zerstäuben von Rohöl zu erzeugen.

Elektromagneten, siehe "magnetische Reinigung".

Emails, in der Töpfertechnik werden darunter niedrigschmelzende farbige Glasuren verstanden, die über härtere Glasuren aufgetragen werden. Der Begriff umschließt auch Zinnglasuren wie Majolika und Delft.

Englisch-Rot, eine Art von rotem Eisenoxid.

Engoben, Begüsse, Angüsse, ein meist eingefärbter Tonschlicker mit allen Eigenschaften einer Masse. Wird auf den rohen, ungebrannten, noch feuchten Tonkörper gebracht.

Engobe-Glasur, eine Rohglasur, die eine beträchtliche Menge an plastischem Ton enthält.

Englische Schlickerware, bleiglasierte Irdenware mit meist rotem Scherben. Dekoriert mit Engobe bzw. Schlicker, entweder durch Eintauchen, durch Gießmalerei (Malerei mit dem Malbällchen) oder in Sgraffitotechnik. Diese redliche und schlichte Art der Töpferei liegt dem englischen Temperament ganz besonders, und so sind einige der besten Bauernkeramiken der Welt in England entstanden.

Enkaustische Kacheln, Keramikkacheln mit Mustern aus eingelegtem, andersfarbigem Ton.

Entglasung, wird manchmal verursacht durch Rekristallisation, die in sehr langsam abgekühlten Glasuren auftritt. Man findet sie auch in frühen Weichglasuren, zum Beispiel grünen Han-Glasuren, die während langer Lagerung in Gräbern eine Silberpatina entwickelt haben.

Fayence, aus dem Französischen kommende Bezeichnung für zinnglasierte Irdenware aus der italienischen Stadt Faenza. Diese Ware entstand dort unter dem Einfluß spanisch-maurischer Keramik. Der Begriff wird außerdem vielfach verwendet für glasierte Irdenware.

Feldspat, ein opakweißer, quadratischer Kristall. Ist in dem Urgestein Granit enthalten. Schmilzt zwischen 1200o und 1300oC. Wird umfangreich für Tonmassen und Glasuren verwendet. Bei Verlust seines Alkaligehaltes durch Verwitterung geht er über in Kaolin und ist somit der Ursprung für die meisten Töpfertone. Es gibt zwei Feldspattypen: Orthoklas und Albit.

Ferri- und Ferrooxide, rotes Ferrioxid (Fe203) ist fast unschmelzbar in oxidierender Atmosphäre. In reduzierender Atmosphäre jedoch gehen Ferrioxid und schwarzes magnetisches Eisenoxid (Fe304) in den Ferrozustand über. Ferrooxid (FeO) ist als färbendes Medium für Reduktionseffekte wirksamer, zum Beispiel bei Seladorien. Es wirkt als Flußmittel. Die Eisenoxide sind in der Keramik die wichtigsten aller Metalloxide und dienen dem Töpfer für Rot-, Gelb- und Brauntöne, Schwarz. Grün und Blau, je nach Farbmischung, Ofenatmosphäre und -temperatur.

Fette Tone, auch »lange« Tone genannt, sind plastische Tonsorten im Gegensatz zu den mageren, nichtplastischen oder »kurzen« Tonen.

Feuerfeste Materialien, solche, die den Brenntemperaturen, bei welchen Hartporzellan gebrannt wird, standhalten.

Feuerkasten oder Feuerung, der Teil des Ofens, wo das Brennmaterial eingefüllt wird und die wirkliche Verbrennung stattfindet.

Filterpresse, eine Vorrichtung. um das Wasser aus dem Tonschlicker zu pressen und ihm eine feste Form zu geben. Besteht aus Filterplatten bzw. einem zusammendrückbaren Rahmen, in den Filtertücher gespannt sind.

Fireclays unterscheiden sich einerseits von der reinen Tonsubstanz durch einen etwas höheren Prozentsatz an Flußmitteln und andererseits von quarzhaltigen feuerfesten Tonen durch einen niedrigeren Anteil freier Kieselsäure. Findet sich meist unter den Kohleschichten. Hält hohen Temperaturen stand und ist von gelber oder grauer Farbe.

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