Fachbuchhandlung Helmut Ecker

Kleines Lexikon

Kühlrisse, werden hervorgerufen durch zu schnelle Abkühlung und kalte Zugluft im Ofen nach dem Brand.

Künstlicher Zug, der Begriff bezieht sich auf den durch einen Ventilator angesaugten Luftstrom. Diese Ansaugventilatoren werden in Industrieöfen-Schornsteinen immer häufiger benutzt, um den Zugstrom besser unter Kontrolle zu bekommen.

Kupferoxid, Oxid des zweiwertigen Kupfers. Es wird im allgemeinen verwendet zur Erzeugung einer Vielfalt von grünen und blau-grünen Farben, je nachdem mit welchem Typ der Glasurversatz aufgebaut ist. Mit Borax und Blei ergibt sich ein helles Grün, mit Alkalien ein Türkis. Oxide des einwertigen Kupfers sind geeigneter für Reduktions-Kupferrot. Kupferkarbonat wird im Osten häufig für Grüntöne verwendet. Kupfer neigt dazu, bei hohen Temperaturen zu verflüchtigen und dringt in den Ton ein.

Kurze oder magere Tone, nicht plastische Tone bzw. Tone mit geringer Bildsamkeit.

Lösliche Salze, Sulfate, Chloride und einige Kalziumsilikate, Soda, Pottasche und Magnesiumoxid.
Siehe "Ausblühung".

Luft, primäre oder sekundäre, je nachdem, wie sie dem Brennstoff zugeführt wird.

Luftblasen und Luftbläschen, bilden sich im Scherben oder in der Glasur während des Brandes, wenn Gase zu schnell frei werden.

Lüster, eine Dekorationsart, die man hauptsächlich auf zinnglasierter Ware findet, hervorgerufen durch einen dünnen Überzug bestimmter in Lösung gebrachter Metalle, die später im Reduktionsbrand bei niedriger Temperatur eingebrannt werden.

Magere Tone, Tone von porigem oder sandigem Gefüge.

Magerungsmittel, dazu gehören Sand, Flint, Schamotte, Scherbenmehl.

Magnesiumoxid, erdalkalische Base, wird als Flußmittel verwendet. Ist schwerer schmelzbar als Kalk. Strontiumoxid ist leichter schmelzbar und Bariumoxid noch leichter.

Magnetische Reinigung oder Abscheidung, Elektromagneten setzt man ein, um alle in der flüssigen Tonmasse enthaltenen Eisenteilchen herauszuziehen.

Magneteisenstein, Magnetit oder Hammerschlag (Fe3O4). Hält hohe Temperaturen besser aus als rotes Eisenoxid (Fe2O3)

Majolika, Bezeichnung für die italienische zinnglasierte Töpferware, welche über die Insel Mallorka als Umschlagspunkt in andere Länder gehandelt wurde. Diese zinnhaltige Fayence entstand unter dem doppelten Einfluß der nahöstlichen und spanisch-maurischen Keramiken. Die della Robbias waren hierfür die Hauptvertreter im 15. Jahrhundert.

Manganoxid, gibt gemischt mit Eisenverbindungen dem Ton eine braune bis schwarze Färbung, die hohen Temperaturen standhält. Als Farbkörper in Glasuren erhält man Farbtöne von Braun und Rotviolett, erstere in Borax- und letztere in Alkaliglasuren.

Marmor, siehe "Kalkstein".

Marmorierte Ware, Marmorierungseffekte werden erzielt durch übereinanderliegende verschiedenfarbige Engoben, die durch Begießen oder mittels Malbällchen auf lederharte Gefäße aufgetragen und anschließend geschüttelt und gestoßen werden, damit die Farben in unregelmäßigem Muster ineinanderlaufen.

Masse, darunter versteht man den Ton, aus dem ein Gefäß geformt wird.

Mattglasuren, Glasuren, deren Versatz absichtlich so beschaffen ist, daß sie nach dem Brand stumpfe Oberflächen zeigen.

Mauken, das Lagern von plastischem Ton über lange Zeit hinweg erhöht seine Bildsamkeit, indem das Wasser sich immer inniger mit dem Ton verbindet, aber auch durch den fortlaufenden Zersetzungsprozeß, wodurch sich der Anteil an reiner Tonsubstanz erhöht. Einige Tone verändern ihre Farbe dabei und erzeugen einen schlechten Geruch.

Mergeltone, Tone, welche eine beträchtliche Menge Kalk enthalten.

Mörtel, muß für den Bau von Brennöfen aus demselben Material bestehen wie die Bausteine, nämlich Schamotte. Feingemahlen darf nur soviel Ton zugesetzt werden, wie dieser als Binder nötig ist.

Muffel, Kammer oder Kasten aus hochfeuerfester Masse, wodurch bestimmte Waren vor der direkten Berührung mit den Ofengasen geschützt werden, gewissermaßen eine beträchtlich vergrößerte Schamottekapsel, die den ganzen Brennraum darstellt.

Muttergestein, siehe "Feldspat"

Natriumbichromat, wird zusammen mit Zinkoxid und Kreide eingesetzt, um ein Blaßrosa oder Rosa von hoher Brennbeständigkeit zu erzielen.

Neutralatmosphäre, liegt theoretisch zwischen Oxidation und Reduktion, in der Praxis besteht sie jedoch oft in einem Wechsel zwischen beiden.

Nickeloxid, wird selten allein verwendet, da es schmutzige Grüntöne hervorbringt; zusammen mit Eisen jedoch liefert es ein brauchbares Braun und Schwarz. Hält hohen Temperaturen stand.

Ocker, Siena und Umbra, sind Erdfarben mit ca. 5 Prozent bis 12 Prozent Eisengehalt. Einige sind hochplastisch und lassen sich zum Färben von Massen oder Engoben verwenden. Geglüht sind sie oftmals nützlich für Steinzeuggiasuren, insbesondere für Seladone.

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