Fachbuchhandlung Helmut Ecker

Kleines Lexikon

Rauchkanäle, Abzüge, bilden den Weg, den die Flammen in den Ofen nehmen, entweder zwischen den einzelnen Kammern oder zwischen Kammern und Schornstein.

Reduktion, im Gegensatz zur Oxidation findet hier eine unvollständige oder rauchige Verbrennung statt, so daß der vorhandene Kohlenstoff die Oxide in ihre entsprechende metallische Form reduziert.

Reines Tonmineral Kaolinit, theoretische Zusammensetzung: 39,45 Prozent Aluminiurnoxid, 46,64 Prozent Siliciumdioxid und 13,91 Prozent Wasser. Die chemische Bezeichnung hierfür lautet Aluminiumsilikat, Al2O3 + 2 SiO2 + 2 H2O.

Rohglasieren, hierbei wird die Glasur auf die grüne Ware, also den ungebrannten Formling gebracht.

Rohglasur, eine Glasur, deren Versatz keinerlei wasserlösliche Rohstoffe enthält und noch als rohe Mischung, also noch nicht in ein Glas verwandelt, auf den Scherben kommt und nur einmal ins Feuer gelangt: beim Glasurbrand.

Rotes Eisenoxid, die gebräuchlichste und häufigste Form, in der Eisen eingeführt wird. Wird benutzt zum Färben von Massen, Engoben und Glasuren. Das leuchtendste Rot wird angewendet, um das östliche Aufglasur-Rot zu erzeugen.

Rouge flambé, geflammte Sang de Bœuf-(Ochsenblut)Glasuren. Eine häufig gebrauchte französische Bezeichnung für kupferrote Transmutationsglasuren.

Rutil, natürliches Titanoxid, vom Töpfer benutzt zum »Aufhellen«, weil es diese Wirkungsweise auf Farben besitzt.

Ruß oder Graphit, eine sehr nützliche Substanz, um lokal einen reduzierenden Brand bei hohen Temperaturen zu gewährleisten.

Salpeter oder Kaliumnitrat, wurde früher benutzt, um in Glasuren Kaliumoxid einzuführen. Heutzutage wird es verwendet, um Glasuren von organischen, das heißt kohlenstoffhaltigen Stoffen durch Oxidation zu einem Gas zu befreien, da dieses beim Brennen entweicht.

Salz, Steinsalz oder Kochsalz, Natriumchlorid braucht man hauptsächlich für Salzglasuren. Bei den Brenntemperaturen des Steinzeugs verdampft es, wenn es in die Brennkammer des Ofens geschüttet wird, und das Natrium aus dem Natriumchlorid bildet eine dünne Glasurhaut, wo immer es mit dem SiO2 des Steinzeugscherberis in Berührung kommt.

Sand, enthält für gewöhnlich hohe Anteile an Kieselsäure oder abgebautem Quarzgestein, meist verunreinigt durch Glimmer, Feldspat, Ton und Eisen. Einfacher Bausand ist oftmals sehr brauchbar als Magerungsmaterial für nicht hoch zu brennende oder farbige Massen, aber für weiße Massen und zum Einsetzen sollten reinere Sorten wie Fontaineblau oder Lynnsand verwendet werden.

Säuren und Basen spielen eine fundamentale Rolle in der Töpferei-Chemie. Alkalien sind basisch, Borsäure und Kieselsäure sind immer sauer, und die Vorherrschaft der einen oder anderen ist mitbestimmend in der Farbgebung.

Schablonenhalter, hierunter wird ein Halter in Form eines verstellbaren Armes mit eingespannten Schablonen verstanden, der die weiche Tonmasse (HubeI) in oder auf Gipsformen preßt, die sich auf dem Scheibenkopf oder einer mechanisch angetriebenen Drehspindel drehen. Ein großer Teil der lndustrieware wird mittels dieses mechanischen Drehverfahrens geformt. Man nennt das Drehen und Formen.

Schamotte, pulverisierter gebrannter Fireclay in verschiedenen Körnungen. Wird gewöhnlich aus alten BrennkapseIn, Tiegeln usw. hergestellt.

Scheppern, ein Geräusch, das entsteht. wenn beim Abdrehen das Werkzeug nicht richtig gehalten wird und am lederharten Topf vibriert.

Scherbenmehl, (Bruchscherben)besteht aus zu Pulver gemahlenen Tonscherben. Hat gegenüber Schamotte oder Quarz den Vorteil, daß beim Zumischen die Massesubstanz nicht verändert, aber trotzdem die Schwindung verringert wird.

Schiene, ein Werkzeug aus Holz, Schiefer oder Metall, das beim Drehen von Ton benutzt wird, um die äußere Oberfläche der Gefäße zu glätten.

Schlämmen, das technische Reinigen von Ton in fließendem Wasser, wobei sich die feineren Teilchen in bestimmter Entfernung vom Ausgangsprodukt nach und nach absetzen.

Schlämmkreide, Kalziumkarbonat, siehe "Kalkstein".

Schlicker, flüssiger Ton, siehe "Engobe".

Schlickermalerei, Gießmalerei, Gummibällchenmalerei, Dekorieren von lederharten Gefäßen mit dickflüssiger Engobe, die aus einem Gummibällchen bzw. Malbällchen gepreßt wird.

Schmauchen, Rauchen, damit ist das langsame Anheizen eines Ofens, der erste Teil des Brandes, gemeint. Manchmal benutzt man den Ausdruck auch anstelle von reduzierendem Brennen.

Schmelzbare Tone, darunter versteht man solche Tone, die um oder unter 1200° C nicht nur dichtbrennen, sondern auch ihre Form verlieren.

Schneidedraht, meist ein Messingdraht, der in verschiedenen Stärken zum Tonschneiden benutzt wird.

Schrühbrand, Rohbrand, Verglühbrand oder Biskuitbrand, ein Brand, der nur unglasierte, rohe Ware enthält.

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