Fachbuchhandlung Helmut Ecker

Kleines Lexikon

Schuppen, eine Mauerwerkskonstruktion, die einen flaschenartig gebauten Rundofen umgibt.

Schwarze Rakuware, eine dicke, grob-strukturierte bleihaltige Keramik der Japaner, die von ihren Teemeistern hoch geschätzt wird.

Schwefelausblühung, siehe »Ausblühung«.

Schwerspat oder Bariumsulfat, wird gelegentlich als Flußmittel für Steinzeugglasuren und Steinzeugmassen anstelle von Cornish stone benutzt.

Schwindung, beim Trocknen verlieren die Tone durch Zusammenziehen sehr unterschiedlich an Volumen, maximal bis zu 25 Prozent.

Seladon, französische Bezeichnung für ein bestimmtes Grün, wonach eine große Gruppe östlicher Steinzeug- und Porzellanglasuren benannt wird.

Sgraffito, Dekorationstechnik auf leder-harten Gefäßen. Dabei werden Muster in eine Engobeschicht geritzt, um die darunterliegende Tonfarbe freizulegen.

Siebe oder Siebgewebe, Bronzedrahtnetze benutzt man zum Sieben von Engoben und Glasuren.

Siena, siehe "Ocker".

Silberstaub, siehe "Vergolden".

Sinterungspunkt, Sinterungstemperatur, der Temperaturbereich, bei dem ein Ton aufhört, porös zu sein, das heißt zusammensintert.

Soda, Natriumkarbonat, der andere der beiden Alkalirohstoffe (siehe »Pottasche«). Bildet schmelzbare Verbindungen mit Borax und Kieselsäure, macht Glasuren glänzend und verleiht Oxiden bestimmte Farbtöne. In England wird unter Soda Natriumoxid verstanden, aber gewöhnlich schließt die Bezeichnung Natriumkarbonat mit ein. Nicht zu verwechseln mit Waschsoda. Muß sehr trocken gelagert werden. Eine winzige Menge Natriumkarbonat macht den Schlicker merklich dicker, so daß weniger Wasser notwendig ist, was das Gießen in Formen wesentlich erleichtert.

Spanisch-maurische Keramiken, die zinnglasierten und mit Lüsterdekoren versehenen Fayencen, die im Mittelalter von den Mauren nach Spanien gebracht wurden.

Standardkegel, siehe unter "Kegel".

Stauschieber, Luftklappen, verstellbareKlappen in den Ofenzügen oder Schornsteinen zum Regulieren des Luftzugs.

Steatit oder Talkum, ein weiches bröckeliges Gestein von geringer Plastizität. Chemisch ist es ein wasserhaltiges Magnesiumsilikat, was auch für Porzellanmassen verwendet wird. In Glasuren erzeugt es zähflüssige Silikate mit großem Sinterungsbereich.

Steinzeug, Keramik, die im allgemeinen höher als 1200 °C gebrannt wird und deren Scherben dann verglast.

Strangpresse, besteht aus Zylindern, die an einem Ende spitz zulaufen. Darin dreht sich eine Flügelwelle, die plastische Tone preßt, schneidet und mischt.

Stufen- oder Treppenofen, ein bestimmter fernöstlicher Brennofen, der an eine Böschung gebaut wird, die als Schornstein dient (auch Feidbrandofen genannt).

Stützen, Sättel, das sind Isolierkörper aus Ton, die im Ofen als Abstützung zwischen Tellerränder gesetzt werden.

Talkum, siehe "Steatit".

Tauchen, das Eintauchen der Gefäße in Engobe oder Glasurschlicker. «Zweimaliges Tauchen« erfordert eine besondere Geschicklichkeit, wobei Innen- und Außenseiten gleichzeitig überzogen werden.

Teeschalen, Schalen, meist dick und ohne Henkel, werden bei der japanischen Teezeremonie benutzt.

Teestaubglasur, eine deckende, grünliche, eisenhaltige Steinzeugglasur.

Temmoku, eine schwarzglänzende eisenhaltige Steinzeugglasur, die manchmal an dünnen Stellen in ein Rostrot umschlägt.

Terrakotta, schwachgebrannte, unglasierte farbige Keramik, wozu auch die meisten Tonarbeiten der Primitiven gehören.

Tessha, eine Abart des Temmoku. Etwas metallischer und gebrochener. Siehe "Temmoku".

Testringe oder Versuchsstücke, kleine Tonstückchen mit Farben und Glasuren, die während des Brandes zum Anzeigen von Temperatur und Atmosphäre aus dem Ofen geholt werden können.

Ton, bestimmte Erden und gemahlenes Gestein ergeben mit Wasser eine Masse mit ausreichender Kohäsionseigenschaft, aus der sich Formen herstellen lassen, «grüne Ware« oder Rohware genannt. Durch Brennen erfolgt eine Verfertigung zu Töpferware. Ton entsteht durch Verwitterung von Feldspat.

Tone mit Schichtengefüge, die mikroskopisch pfannkuchenartige Schichtung, welche charakteristisch für plastische Tone ist.

Tonerde (Aluminiumoxid), Porzellanerde oder Kaolin, halten hohen Temperaturen stand und verursachen eine Trübung der Glasuren. Verringern die Schmelzbarkeit. Bilden den Hauptbestandteil der Porzellanmassen und brennen weiß. Die meisten Massen enthalten 10 bis 40 Prozent.

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